EasyJet wird verklagt, nachdem Passagier auf Flug nach London verlegt wurde

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Die Billigfluggesellschaft easyJet hat sich in heißem Wasser wiedergefunden. Ein britisch-israelischer Passagier reichte eine Klage gegen die Fluggesellschaft ein, nachdem sie auf Wunsch eines ultra-orthodoxen Mannes und seines Sohnes die Sitze verrücken musste. Das jüdische Duo weigerte sich wegen des Geschlechts der Frau, neben ihr zu sitzen.

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Britische Fluggesellschaft steht vor einer Klage, weil sie eine Frau zwingt, ihren Sitz zu wechseln. Foto: easyJet

Melanie Wolfson hat die in London ansässige Fluggesellschaft wegen Diskriminierung verklagt. Für die Bearbeitung des Falls holte sie die Expertise des Israel Religious Action Center (IRAC) ein.

Nach Angaben von Haaretz vertritt Meital Arbel vom IRAC die 38-Jährige. Wolfson drängt auch auf 19.537 US-Dollar (66.438 Schekel) als Entschädigung von easyJet.

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Sie hatte keine andere Wahl, als die Plätze zu tauschen

Wolfson war am 10. Oktober 2019 von Tel Aviv nach London geflogen. Die Reise begann am Ben-Gurion-Flughafen, wo sich auch der Vorfall ereignete.

Haaretz berichtete, dass Wolfson eine zusätzliche Gebühr für die Wahl des Gangplatzes zahlte. Der ultra-orthodoxe Mann und sein Sohn saßen bereits am Fenster bzw. am Mittelsitz.

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Die 38-jährige Melanie Wolfson erlebte auf easyJet-Flügen zweimal geschlechtsspezifische Diskriminierung. Foto: easyJet

Als Wolfson sich eingelebt hatte, entfernte sich der Sohn des Mannes von seinem Sitz und machte sich auf die Suche nach einem Mann, der mit ihr den Platz tauschen konnte. Als der Sohn zurückkam, bat der Vater, ohne Augenkontakt mit Wolfson herzustellen, sie, mit einem anderen Mann, der einige Reihen weiter vorne saß, die Plätze zu tauschen.

Zu diesem Zeitpunkt weigerte sich Wolfson, sich zu bewegen. Eine Flugbegleiterin hatte der Frau angeblich ein Freigetränk angeboten, wenn sie dem Wunsch des Mannes nachkam. Schließlich hielt Wolfson sich daran, um den Flug nicht wegen ihr zu verzögern. Sie sagte Haaretz, es sei das erste Mal, dass sie aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werde. Dabei erwähnte sie Folgendes:

„Ich hätte keinerlei Probleme gehabt, den Sitzplatz zu wechseln, wenn ich es Familienmitgliedern oder Freunden erlaubt hätte, zusammen zu sitzen, aber die Tatsache, dass ich darum gebeten wurde, weil ich eine Frau bin, war der Grund für meine Ablehnung.“

Auf einen ähnlichen Vorfall stieß sie zwei Monate später, ebenfalls nach ihrer ersten offiziellen Beschwerde bei der Fluggesellschaft. Beim zweiten Vorfall reiste sie erneut nach London. Diesmal baten zwei ultra-orthodoxe Männer darum, dass Wolfson sich umsetzen sollte. Wolfson blieb standhaft, was dazu führte, dass zwei Frauen stattdessen die Plätze mit den Männern tauschten.

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Ultra-orthodoxe Juden praktizieren das Haredi-Judentum, das im Vergleich zum modernen orthodoxen Judentum konservativer ist.

Antrag auf eine Richtlinienänderung

Nachdem sie mehrere Beschwerden eingereicht hatte, hörte sie angeblich keine Antwort von der Fluggesellschaft. Daher ging Wolfson zum nächsten Schritt über und reichte gemeinsam mit dem IRAC eine Klage ein.

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Wolfson suchte die Hilfe des IRAC, um die Richtlinien von easyJet zu ändern. Foto: Getty Images

Zum Zeitpunkt des ersten Vorfalls erhielt Wolfson Informationen von mehreren Flugbegleitern. Haaretz zufolge teilten sie ihr mit, dass es häufig vorkomme, dass man der Bitte ultra-orthodoxer Männer nachkomme. Die Flugbegleiter ermutigten Wolfson auch, sich zu beschweren, in der Hoffnung, die Richtlinien zu korrigieren.

Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte gegenüber Simple Flying, dass easyJet die Angelegenheit mit großer Wichtigkeit behandelt. Der Pressesprecher fügte hinzu:

„Bei easyJet nehmen wir Behauptungen dieser Art sehr ernst. Auch wenn es unangebracht wäre, sich dazu zu äußern, da diese Angelegenheit derzeit Gegenstand eines Gerichtsverfahrens ist, diskriminieren wir nicht aus irgendwelchen Gründen.“

EasyJet wird wegen Verstoßes gegen das israelische Antidiskriminierungsgesetz verklagt. Das Gesetz verbietet die Diskriminierung von Kunden aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Nach Ansicht des IRAC hätte sich die Fluggesellschaft an das Gesetz halten müssen, als sich der Vorfall auf israelischem Boden ereignete.

Dasselbe geschah mit El Al

Der israelische Flagcarrier El Al war bereits in solche Vorfälle verwickelt. Im Jahr 2018 waren mehrere Frauen gezwungen, auf einem Flug von El Al von New York nach Tel Aviv den Platz zu wechseln. Dies geschah trotz eines Gerichtsbeschlusses aus dem Jahr 2017, der diese Praxis verbot.

Laut NBC News veranlasste der Vorfall die Fluggesellschaft dazu, ihre Politik zu überdenken, indem sie erklärte: „Passagiere, die es aus religiösen oder anderen Gründen ablehnen, neben jemandem zu sitzen, werden aus dem Flugzeug entfernt.“

Israeli flag carrier El Al discriminating based on gender
El Al änderte seine Politik, nachdem die große israelische Technologiefirma NICE Systems die Fluggesellschaft boykottieren wollte. Foto: El Al

Ironischerweise ereignete sich der Vorfall von 2018 ein Jahr nach einem bahnbrechenden Fall, in den die 82-jährige Renee Rabinowitz verwickelt war. Sie hatte 2015 eine Klage gegen die israelische Fluggesellschaft eingereicht, nachdem sie aus ähnlichen Gründen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert worden war.

The Irish Times berichtete, dass das IRAC den Fall Rabinowitz gewann, was bedeutete, dass die Flugbegleiterinnen der El Al nicht mehr von Frauen verlangen konnten, die Sitze zu verrücken, um ultra-orthodoxe Männer unterzubringen.

Was hätte easyJet Ihrer Meinung nach in dieser Situation tun sollen? Haben Sie von ähnlichen Vorfällen gehört? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

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