Wie starten Piloten Düsentriebwerke in Flugzeugen?

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Haben Sie sich jemals gefragt, wie Piloten ein Flugzeug starten? Insbesondere, wie sie die Düsentriebwerke effizient und sicher antreiben? Dieser Artikel wirft einen Blick auf das Verfahren dafür bei modernen Düsenflugzeugen.

Norwegian 737
Rolls-Royce-Triebwerk an einer Boeing 737. Foto: Norwegian

Einschalten des Flugzeugs

Das Anlassen eines Düsenflugzeugs ist natürlich komplexer als das Anlassen eines Autos. Man dreht nicht einfach einen Schlüssel und startet den Motor. Tatsächlich gibt es überhaupt keinen Schlüssel, aber es besteht eine Ähnlichkeit darin, dass der erste Schritt zum Anlassen des Motors darin besteht, Leistung über einen kleineren „Anlassmotor“ zu erhalten.

Zunächst werden die Flugzeugsysteme mit Bodenstrom oder über die interne Batterie mit Strom versorgt. Dadurch werden die meisten der wichtigsten Instrumente, Systeme, Lichter und Kommunikationseinrichtungen des Flugzeugs in Gang gesetzt, aber es wird nicht direkt zum Anlassen der Triebwerke verwendet.

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KLM ground units
Die Erstversorgung zum Starten von Flugzeugsystemen kann über eine mobile Bodenstromeinheit oder über eine feste Stromversorgung erfolgen. Hier sind ein Bodenstromaggregat und ein Traktor für ein KLM-Flugzeug abgebildet. Foto: Barcex via Wikimedia

Die Klingen zum Drehen bringen

Beim Anlassen eines Düsentriebwerks muss ein ausreichender Luftstrom durch das Triebwerk vorhanden sein, bevor Kraftstoff eingeführt wird. Ist dies nicht der Fall, kann ein zu frühes Starten der Verbrennung das Triebwerk durch Überhitzung beschädigen. Bevor also Kraftstoff eingeführt wird, muss eine andere Methode angewendet werden, um die Schaufeln zu drehen und einen Luftstrom zu erzeugen.

Bei den meisten großen Verkehrsflugzeugen wird Strom zum Starten der „Auxillary Power Unit“ (Hilfsturbine, APU) verwendet. Dabei handelt es sich um ein separates Triebwerk, das sich im Heck des Flugzeugs befindet. Bei der APU handelt es sich im Wesentlichen um ein kleines Turbinentriebwerk, das Hochdruckabgase erzeugt. Dieses Abgas wird zum Drehen der Turbinenschaufeln des Haupttriebwerks verwendet.

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A380 APU exhaust
Auspuff der A380-APU am Flugzeugheck. Foto: David Monniaux via Wikimedia

Starten der Motoren

Die Triebwerke werden jeweils einmal gestartet. Sobald sich die Schaufeln des ersten zu startenden Triebwerks ausreichend drehen, wird es gestartet. Der Treibstoff wird zum Triebwerk geleitet und gezündet. Jeder Motor hat normalerweise zwei Zündeinheiten, die einen Hochspannungszündfunken erzeugen (ähnlich wie eine Zündkerze in einem Kolbenmotor), der das Kraftstoff-Luft-Gemisch entzündet.

Getty 787 cockpit
Ein Großteil der Triebwerksstartvorgänge kann durch Flugcomputer automatisiert werden (wie hier bei der Boeing 787), aber das Verfahren ist immer noch dasselbe. Foto: Getty Images

Dann baut sich Druck auf, um das Triebwerk weiter zu drehen, und sobald es seine Leerlaufdrehzahl erreicht hat, wird die Versorgung aus der APU entfernt.

Das zweite Triebwerk (und bei einigen Flugzeugen das dritte und vierte Triebwerk) wird dann abwechselnd gestartet. Diese können entweder auf die gleiche Weise mit Hilfe der APU oder mit Hochdruckluft aus dem bereits gestarteten Triebwerk gestartet werden. Dies wird als „Kreuzbluten“ bezeichnet und ist auch eine Technik zum Wiederanlassen eines ausgefallenen Triebwerks.

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British Airways, Airbus A380
Die vier Triebwerke der A380 werden nacheinander gestartet, wobei die APU oder Luft von anderen Triebwerken verwendet wird. Foto: Getty Images

Variationen und ältere Flugzeuge

Als Alternative zur APU verwenden einige Düsenflugzeuge einen Jet Fuel Starter (JFS) oder sogar direkte Batterieleistung, um die Blätter zunächst zu drehen. Der JFS ist, wie die APU, eine separate Turbine, die Abgas zum Starten des Haupttriebwerks erzeugt und direkt mit dem Triebwerk verbunden ist. Diese finden sich noch bei einigen kleineren Düsenflugzeugen und älteren Triebwerksmodellen.

Bei einigen Triebwerken ist es auch möglich, von einer bodengestützten Quelle aus zu starten. Hochdruckluft kann von einem mobilen Wagen bereitgestellt werden, um das Starten der Triebwerke zu erleichtern.

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